WM


Weltmeisterschaft 2007 Lonato

Am Donnerstag den 11. Oktober ging die Reise um 4 Uhr morgens Richtung Gotthard los. Ohne grossen Verkehr waren wir in 2 ½ Stunden am Gotthard angekommen. Als dieser passiert war, legten wir einen kurzen Boxenstopp an einer Raststätte ein. Um nach Lonato zu gelangen, mussten wir einen anderen Weg einschlagen, als sonst. Auf der Autobahn, war der nächste Punkt Monza den es zu erreichen gab. Nach 5 Stunden Fahrt von Basel aus, hatten wir das Ziel Lonato endlich erreicht. Wir machten uns auf den Weg in Richtung Zelt von Ferdy von Euw. Im Fahrerlager glänzten meine Augen. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen. Das ganze Tony-Kart-Werksteam war dort. Ein riesiger Lastwagenzug umfasste das Team. CRG und auch Birel hatten einen grossen Standort mit Lastwagen und Zelte.
Als wir Ferdy gefunden hatten, stand alles schon bereit. Mein Kart ausgeladen auf dem Schubwagen, aber auch die Kaffeemaschine lief schon vor meinem Kart auf Hochtouren. Am Nachmittag durften wir 15 Minuten eine Testfahrt absolvieren, welche recht gut verlaufen ist. Sehr müde von der ganzen Reise bin ich beim Abendessen fast eingeschlafen. Als ich im Hotelzimmer war, und somit auch das Bett sah, bin ich auf der Stelle eingeschlafen.



 

Lastwagen Zug Werksteam Tony-Kart

Am Freitag stand der Testtag bevor. Sehr motiviert und gut ausgeschlafen kam ich auf die Piste. Beim ersten Training verspürte ich jedoch, dass ich einen grossen Rückstand auf die Spitze wett zu machen habe. Den ganzen Tag habe ich viel ausprobiert, aber nichts hat funktioniert. Ausgangs Kurve fehlte mir einfach der Speed. Fahrerische Mängel an mir, waren auch nicht unübersehbar. Ich kämpfte und probierte andere Linien, aber irgendwie wollte auch das nicht wie ich es wollte. Dann kam das Pech noch hinzu, wenn es schon nicht läuft. Die Hinterachse wanderte umher und streifte meine Bremsscheibe immer am Bremsgehäuse. Als alle Trainings vorbei waren, hatte ich das Gefühl irgendwie fehlt mir etwas, was die anderen haben. Ich versuchte nochmals etwas zu ändern, auf das morgige freie Training und baute an meinem Kart herum. Enttäuscht verliess ich das Fahrerlager Richtung Hotel. Das Hotel liegt übrigens am wunderschönen Garda See. Leider waren
die Parkplatz-Möglichkeiten ein wenig ungünstig. Vor dem Schlafen gönnten wir uns noch eine Pizza und verschwanden im Zimmer. Die Nacht vom Freitag auf den Samstag ist sehr nachdenklich verlaufen.



 

Noch schnell ein Foto bevor es los geht

Am Samstagmorgen ist wie erwartet das Training nicht so gut verlaufen, es fehlte immer noch eine Sekunde auf die Spitze. So ist die Zeit vorgeschritten bis zum Zeittraining. Ich fuhr auf die Piste und drehte die ersten Runden alleine für mich. Doch schnell merkte ich, dass ich bei freier Fahrt Mühe hatte auf Tempo zu kommen. So beschloss ich mich vom Gas zu gehen und einem Konkurrenten nach zu fahren. Es brachten mir 2 Zehntel ein. Doch eine Spitzenzeit war es nicht. Ich klassierte mich an Position 25 von 32 in meiner Gruppe. Insgesamt waren 96 Piloten am Start.
Im 1. Qualifikationslauf, versuchte ich ein paar Plätze gut zu machen. Doch diese Idee wurde schon nach wenigen Metern verworfen, mein japanischer Kollege ist mir ins Heck gedonnert. Die Folge war ein kurzer Stillstand. Konnte aber mit krummer Lenkstange weiter fahren. Ich spielte mit dem Gedanken das Rennen auf zu geben, habe es aber nicht in die Tat um gesetzt. Denn ich war fest davon überzeugt, dass in diesem hitzigen Feld noch ein paar ausscheiden würden. Dies geschah, und ich fuhr wieder auf Rang 25 vor.
Im zweiten Vorlauf attackierte ich recht gut. Es war nur schade, dass die Läufe nur 10 Runden gingen. Ich katapultierte mich von Startplatz 32 auf den 20 Rang in meiner Gruppe. Als ich die Zielflagge sah, bin ich gerade auf eine Gruppe aufgelaufen und hätte nur noch wenige Kurven gebraucht, um den nächsten zu schnappen, doch dies ist mir durch die fehlende Zeit nicht gelungen.
Auf der Waage im Parkferme wusste ich das war's. Denn Platz 20 und 25 reichten wohl kaum für in den Hoffnungslauf. So geschah es auch, als am Abend die Liste der nicht qualifizierten Fahrer veröffentlicht wurde. Am Samstag auszuscheiden, hat mich auf Grund meiner guten Leistung im zweiten Lauf schon ein bisschen getroffen. Ich suchte mir ein stilles Plätzchen, um über alles nach zu denken, während die andern am Feiern waren.
Es beschäftige mich den ganzen Abend und die ganze Nacht. Doch ich wollte kein Spielverderber sein, und habe mich am Sonntag wieder in das Geschehen integriert.



 

Hier sieht man den recht guten zweiten Lauf

Der Sonntag ist für mich recht ruhig verlaufen. Ich unterstützte meinen Teamkollegen Christopher Zanella bei seinen Rennen in der Kategorie Super-Rok. Die Fahrerparade wollte ich mir ausserdem auch nicht entgehen lassen. Ich schlüpfte nochmals in meinen Rennanzug und stolzierte mit den anderen Piloten der Schweiz, um die Piste. Alleine das war es Wert, nochmals auf die Piste zu fahren. Einer der grössten Vorbilder von jedem Motorsportpiloten liess sich ausserdem auch noch blicken. Der für das Tony-Kart Werksteam angestellte Michael Schumacher kam. Einen riesen Rummel um Michael hat sich sofort gebildet. Routiniert hat er die Leute abgewimmelt und nahm gemütlich das Mittagessen bei der Küche von Tony-Kart ein. Ich schaute mir anschliessend alle Läufe von sämtlichen Kategorien an und verschwand mit meinem Vater Richtung Schweiz.



Es waren 4 unvergessliche Tage in Lonato und auf ein baldiges Wiedersehen mit dieser Piste, wenn es irgendwann nochmals möglich ist.



Zum Schluss danke ich Ferdy von Euw, der mich prima unterstützt hat, sowie auch Walter Zanella, der für mich italienisch übersetzt hat und meinem Vater recht herzlich.



 

Spass mit Antonio Ruggerio

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